Das ich mich die letzten Tage nicht gemeldet hab lag nicht daran, dass es nichts zu erzählen gäbe sondern eher das es zu viel davon gibt. Aber ich fange jetzt doch lieber an zu schreiben bevor es viel zu viel wird.

Brufjell
Nach einer Nacht an einem wahnsinnig schönen Rastplatz und einem Bad im Bergsee war es dann endlich Zeit für die Stunde der Wahrheit. Bin ich bereit für unsere erste Wanderung? Also die Wanderschuhe an, viel Verpflegung im Rucksack und los ging das Humpeln. Ich habe an dem Tag zwei Dinge festgestellt, dass ich wieder Recht gut wandern kann und das Norweger schwere Wanderungen auch als schwer Ausschildern! Vielleicht war es ein bisschen unbeholfener als ich wollte aber zum Glück sind wir selbst an den brenzligen Stellen nicht abgerutscht. Aber egal wie schwer die Wanderung am Ende hat es sich für den Ausblick gelohnt und das Pausenbrot schmeckt sowieso viel besser wenn man Kilometer weit auf Felsen, Klippen und wilde Wellen gucken kann. Eigentlich wollten wir die berühmten Potholes angucken doch getraut haben wir uns dann doch nicht. Die Kombination aus nassem rutschigem Stein und ein paar viel zu kleinen Steigeisen und allem an einer viel zu steilen Wand, da war uns unser Leben doch noch zu wichtig und mit dem Fuß hatte ich keine Chance!

Stavanger
Auch wenn ich nicht für die Städte hier bin, nach mehreren Tagen in der Natur war es ganz schön Mal wieder durch eine Stadt laufen zu können, besonders durch eine so schöne Stadt wie Stavanger. Und wenn wir schonmal in der Zivilisation sind dann könnte man sich ja auch Mal einen viel zu überteuerten Döner gönnen. Den Preis erspare ich euch mal. Also nochmal Zivilisation getankt und dann ging es weiter.

Preikestolen
Vielleicht ist der Preikestolen einer der touristischsten Orte Norwegens aber das mit gutem Grund. Nachdem ich mir schon bewiesen hatte, dass ich wandern kann machten wir uns mit gutem Gewissen auf den 4 km langen Weg hoch. Oben angekommen wartete bereits die beeindruckenste Begegnung mit einer Klippe. 300 Meter über dem Wasser des Lysefjord liegt dieser riesige Felsvorsprung. Selbst Filme können Klippen nicht steiler darstellen als es diese war. 90 Grad und geradewegs in den Abgrund hinunter und dazwischen nichts zum Sichern. Wer unvorsichtig ist muss mit den Konsequenzen leben, das scheint eines der vielen Mottos Norwegens zu sein. Alleine am Rand zu liegen und hinunter zu gucken war ein schwindelerregendes Gefühl. Wie froh ich dann war endlich unten wieder angekommen zu sein, natürlich auf dem langsamen Weg.
